Das Schulprojekt wird erweitert

Heute wollen wir Sie über die Erweiterung des Schulprojekts von Benjamin Mbatia, einem ehemaligen Straßenkind aus dem Kinderheim Bindura informieren. Trotz Pandemie und Hungersnot in großen Teilen von Kenya ist es uns mit Ihrer Hilfe gelungen, die Erweiterung dieses förderungswürdigen Schulprojekts zu ermöglichen.

Der Schwerpunkt liegt heute, neben der monatlichen Unterstützung, auf der Einführung eines Secondary School Programms. Wir haben bereits berichtet, dass wir 65 Jungen und Mädchen in der Einrichtung von Benjamin in der Primary School unterstützen. Der Abschluss der Secondary School ermöglicht den Absolventen eine höherwertige Berufsausbildung oder ein Studium.
In diesem Semester sind nun 12 hilfsbedürftige Jungen und Mädchen in verschiedenen Secondary Schools im Verwaltungsbezirk Nakuru angemeldet worden. Davon können wir 4 Jungen und 4 Mädchen unterstützen.

Die Besonderheit des Secondary School Programms ist, die Kinder wohnen nach wie vor bei ihren Eltern, Großeltern oder nahen Verwandten und gehen von dort aus auf relativ kurzen Wegen in die unterschiedlichen Schulen, in der sie angemeldet worden sind.

Wir fördern diese Kinder mit der Übernahme der Kosten des Schulgeldes, der Schuluniform, dem Unterricht und der weiteren Unterstützung durch die Lehrkräfte. Da in der Regel nicht genügend Essen bei den einzelnen Familien vorhanden ist, werden die Familien mit Nahrungsmitteln unterstützt. Die Kinder berichten Benjamin, es gibt nichts zu essen zu Hause. So wird Verpflegung bereitgestellt, auch wenn die Kinder in die Einrichtung kommen um zu lernen. Auf diesem Weg wird die Not gelindert, die sie zu Hause haben.

Weiterhin werden Sanitär-Produkte zur Verfügung gestellt, auch speziell für die Mädchen, sowie Waschmittel, so dass die Hygiene gewährleistet ist.
Benjamin schreibt: „Die Güter des täglichen Bedarfs werden dringend benötigt, aber ohne das Evangelium sind sie nutzlos. Mehr als alles andere in ihrem Leben brauchen die Jugendlichen Jesus Christus. Aus diesem Grund gibt es an den Samstagen das Bibelstudium verpflichtend für alle. In diesem Monat wird das Johannes Evangelium zum Bibelstudium herangezogen.
Es ist wahr, alles dies wäre nicht möglich ohne die kontinuierliche Hilfe durch den Förderverein Kinderheim Bindura“

Aber es liegt noch viel Arbeit vor Benjamin und seinen Mitarbeitern, doch die Spenden machen es ihm leichter. Benjamin und die Kinder bedanken sich herzlich für die Unterstützung und sie freuen sich mit uns über jeden Erfolg, und sei er noch so klein.

Leider können wir bis jetzt nur 8 Jugendlichen diese oben beschriebene Förderung zukommen lassen. Aber wir haben die Hoffnung, dass wir mit der weiteren Hilfe unserer Spender und Spenderinnen dieses Hilfsprogramm auch im nächsten Jahr wieder erweitern können.

Helfen Sie mit, denn diese geförderten Kinder haben eine Zukunft.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Spenden.

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit, einen geruhsamen Advent, frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr

Ihr

Karl F. Brunner

PS: Selbstverständlich fördern wir auch weiterhin in bewährter Weise die Einrichtungen für ehemalige Straßenkinder der Mully Children´s Family und International Children´s Mission.

November-Rundbrief

Biedenkopf, im November 2020

Liebe Freunde und Förderer,
liebe Spender und Spenderinnen,

ich grüße Sie/Euch herzlich mit Worten von Charles Mulli, Mully Children`s Family:

„Die Lage vor Ort während der Pandemie ist katastrophal, denn die Auswirkungen von COVID-19 sind nach wie vor spürbar. Unsere Freude besteht darin, den Hoffnungslosen Hoffnung zu geben und das Wenige, das wir haben, zur Ehre Gottes zu teilen! Nach wie vor retten wir gefährdete Jungen und Mädchen, die sich dann unserer Familie anschließen. Wir sind dankbar für alles, was Ihr tut. Ihr habt uns auf dieser Reise begleitet. Ich danke Euch für Eure Spenden. Jeder gespendete Euro bewirkt eine bemerkenswerte Veränderung im Leben eines bedürftigen Kindes.“

Michael Nieswand, ICM Nakuru berichtet:

„Viele unserer ehemaligen Straßenkinder haben jetzt ihre eigenen Familien und arbeiten in verschiedenen Berufen. Vor kurzem erhielt ich eine Nachricht von Francis, der bei uns aufgewachsen ist, nachdem ich ihn in Nairobi in einem hoffnungslosen Zustand auf der Straße gefunden hatte. Er lebt nun in den USA und arbeitet dort als LKW Fahrer. Er hat mittlerweile dort eine eigene Transportfirma gegründet und zwei Schwerlastwagen gekauft. Er bedankt sich sehr, dass er durch uns damals eine Chance bekommen hat, ein neues Leben anzufangen.“

Michael Nieswand kann die Schule weiter offen halten, da die meisten Lehrer auf dem Gelände wohnen. Aus Sicherheitsgründen ist das Anwesen abgeschloßen, sodass keine fremden Menschen auf das Gelände kommen. So hoffen wir mit ihm, dass sich niemand mit Corona anstecken kann.

Benjamin Mbatia, Gründer und Leiter der Prince of Peace School, schreibt uns:

„Wir hoffen und vertrauen darauf, dass es euch gut geht. Mit dieser E-Mail wollen wir euch sagen, dass wir eure monatliche Unterstützung sehr schätzen. Ihr macht es möglich, dass wir mehr als 65 Kinder mit den Grundbedürfnissen versorgen können. Durch die Corona Umstände sind wir gefordert, die Unterstützung auf die individuellen Unterkünfte der Kinder auszuweiten. Dies wäre sicher nicht möglich ohne euch treue und gewissenhafte Unterstützer. Vielen herzlichen Dank.“

Benjamin Mbatia hat die Schulschließung dazu nutzen können, mit unseren Spenden den Bau eines Küchengebäudes und eines Vorratsraumes zu realisieren. Laut den Vorschriften der Regionalverwaltung war die  Nutzung der alten Küche nicht mehr gestattet.

Weiterhin konnten 10 Hochbeete gebaut werden, sodass jetzt Gemüse angepflanzt werden kann. Gleichzeitig wurde auch das Gelände in einen besseren Zustand versetzt.

Gerne geben wir den von Herzen kommenden Dank an Sie weiter. Damit wir auch in den Zeiten der Corona Pandemie den Kindern weiter helfen können, brauchen wir Ihre Hilfe.

Helfen Sie mit, dass diese Kinder eine Zukunft haben. Spenden Sie auf unser Konto 5, 10, 20, 50 Euro oder mehr, jeder Euro hilft.

Gerne informieren wir Sie auch über die Möglichkeit von Patenschaften.

Herzliche Grüße

Ihr Karl F. Brunner

PS: Leider müssen wir unsere jährliche Hauptversammlung aus Gründen der Corona Pandemie auf nächstes Jahr verschieben. Wir werden rechtzeitig dazu einladen.

Aktuelle Nachrichten von der Mully Childrens Family

Charles Mulli schildert in einem Bericht die Lage in Kenia und in der MCF (Stand: Ende Mai 2020). Ich möchte hier in einer kurzen Zusammenfassung besonders auf 4 Punkte, die sich als große Herausforderungen für Kenia und die MCF darstellen, herausheben:

  1. Covid-19 Pandemie
  2. Heuschreckenplage
  3. Dürre
  4. Überschwemmung

1. COVID-19 PANDEMIE (CORONA)

Diese Maßnahmen wurden zur Eindämmung des Virus‘ eingeführt:

  • In Yatta und Ndalani wurden überall Wasserbehälter aufgestellt, damit jeder, der kommt sich  die Hände waschen kann.
  • Es wurden überall Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt.
  • Alle Kinder und Betreuer bekommen selbst hergestellte Masken.
  • Bei jedem, der das Gelände der MCF in Yatta oder Ndalani betreten
    möchte, wird Fieber gemessen.
  • Alle Bereiche des Geländes, in denen sich das öffentliche Leben der MCF abspielt,
    werden desinfiziert.

Den Kindern und den Mitarbeitern wird erklärt, wie das Virus sich ausbreitet, und wie man sich schützen kann.
Durch   die   Pandemie   haben   viele   Menschen   große   Nöte,   an   Nahrungsmittel   zu
kommen, da die Preise nach dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens (lock down!)
enorm gestiegen sind und gleichzeitig viele Menschen ihren Job verloren haben.

Die MCF ist eine von wenigen Organisationen die als systemrelevant angesehen werden. Sie dürfen deshalb weiterhin ihre landwirtschaftliche Produkte verkaufen und armen Leuten helfen.

2. HEUSCHRECKEN

Immer noch gibt es in Kenia viele Gegenden, in denen die Heuschrecken wüten. Durch die Covid-19
Pandemie musste die Bekämpfung der Heuschrecken unterbrochen werden, so dass diese sich wieder ungehindert ausbreiten konnten.
In von der Trockenheit betroffenen Gebieten lassen sie sich besonders gerne nieder und fressen alles ab, auch das, was eigentlich für die Menschen und die Haustiere gedacht war.

3. DÜRRE
In vielen Regionen Kenias war es lange Zeit trocken. Obwohl es nun in vielen
Gebieten Kenias ausgiebig geregnet hat, herrscht in einzelnen Regionen (vor allem
im Norden und Nordosten) immer noch eine große Trockenheit. Dies bewirkt, dass
die Ernte oft ganz ausfällt. Belastend kommt in einigen Gebieten noch die
Heuschreckeninvasion hinzu.

4. ÜBERSCHWEMMUNG

Durch die lang anhaltende Trockenheit kam es vielerorts, nach den so sehr gewünschten starken Regenfällen, zu Überschwemmungen.

Flüsse traten über die Ufer und beschädigten Straßen und Brücken. Auch Ndalani blieb nicht verschont.

Hier ein paar Bilder unter anderem vom Thika-Fluss, der auch bei der MCF einigen Schaden anrichtete.

„In the midst of it all and of all the challenges, God remains our stronghold and our pillar of
strength.“ (Charles Mulli)

„Inmitten all dem und all der Herausforderungen bleibt Gott unsere Festung und unsere
Säule der Kraft.“ (Charles Mulli)

Übersetzung aus dem Englischen von Walter Schäfer

Vorstellung unseres neuen Schul-Projektes

Liebe Freunde und Förderer,
liebe Interessierte,

der Förderverein Kinderheim Bindura möchte Ihnen sein neues Projekt vorstellen:

Schulausbildung von Kindern, die in einem Slum Nakurus leben

am 17.07.2019, um 19.30 Uhr
im Gemeindehaus der ev. Kirchengemeinde Biedenkopf

Anfang 2019 ist Benjamin Mbatia, auf uns zugekommen und hat um Mithilfe für sein Projekt gebeten. Benjamin ist ein ehemaliges Straßenkind, das in der von uns geförderten Einrichtung Bindura Children´s Home aufgewachsen ist.

Schule bedeutet nicht nur Unterricht, die Kinder werden darüber hinaus auch ganztags betreut und verpflegt.

Viele Kinder im Slum können nicht in die Schule, weil die Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können oder die Kinder bereits arbeiten müssen. Genau hier setzt unser Projekt an.

Dafür bauen wir Klassenräume, wofür jedes Mal eine staatliche Genehmigung eingeholt werden muss.

Wir konnten schon drei Klassenräume bauen, in denen bereits 65 Jungen und Mädchen unterrichtet und betreut werden.

Dieses neue Projekt wird Anke Glaser vorstellen. Im Dezember 2018 besuchte sie Kenja.  Sie hatte vorher viele Jahre in Nakuru und Bindura gelebt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihre Fragen.

Förderverein Kinderheim Bindura Biedenkopf e.V.
Elisabeth Brunner
Schatzmeisterin

Wir wollen helfen – helfen Sie mit

Liebe Spender und Spenderinnen,

liebe Freunde und liebe Förderer,

um Afrika, in unserem Fall Kenia, politisch und wirtschaftlich zu stärken, braucht es eine übergreifende Debatte und mehr Experten, schreibt Caroline Schmutte von der Bill & Melinda Gates Stiftung in Deutschland.

Ob wir schon Experten sind, so genau wissen wir das nicht. Aber feststeht, dass wir seit 1990, also seit 28 Jahren aktiv die Strassenkindereinrichtungen in Kenia der Mully Children´s Family, International Children´s Mission und seit ein paar Jahren das Schulprojekt von Benjamin Mbatia, einem ehemaligen Strassenkind aus dem Kinderheim Bindura unterstützen.

Vor einem Jahr haben wir Ihnen berichtet, dass wir bei der ICM in Nakuru den Bau von Gewächshäusern unterstützen wollen. Nun in der Zwischenzeit haben wir ein Gewächshaus im Wert von 5.000,00 Euro finanziert, und wie Sie an den beigefügten Bildern sehen können wurde es auch schon in Betrieb genommen. Damit helfen wir Gemüse auch in Trockenzeiten zu produzieren, wir senken die Kosten für den zusätzlichen Kauf von Nahrungsmittel und bei guter Ernte kann auch Gemüse verkauft werden.

Charles Mully von der MCF berichtet uns, der MCF Fussballverein ist in die 2. Regionalliga Kenias aufgestiegen. Weiterhin wurde von MCF ein StrassenkinderProgramm in Matuu, dem größte städtische Bereich im Kreis Yatta Bezirk Machakosdurchgeführt. 22 Strassenkinder konnten bei MCF aufgenommen werden. An über 6000 Kinder in den öffentlichen Grund- und Sekundarschulen verteilt MCF Mahlzeiten in den Gebieten Yatta und Lodwar. In der Mully Berufsschule begannen 68 Schüler ihre Ausbildung.

In den Jahren 2007 und 2009 hat MCF Gewächshäuser auf einer Fläche von 8ha gebaut. Leider stehen nun größere Reparaturen an, da durch Wind und Starkregen die Dachfolien zerstört wurden auch müssen manche Aluminium Stangen  ersetzt werden. Auch Bewässerungsschläuche und Leitungen müssen repariert werden. Nach der Aufbereitung der Erde kann dann wieder neu gepflanzt werden. So kann wieder Gemüse angebaut werden für den Eigenbedarf und für den Verkauf.

Wir wollen helfen, helfen Sie mit!

Unsere finanzielle Hilfe wird weiterhin bei der Beschaffung von Nahrungsmitteln, der medizinischen Versorgung bei der Schulausbildung und in Projekten von Neuanschaffungen, sowie Reparaturen und Instandhaltung gebraucht.

Bitte helfen Sie mit Gebeten und Spenden den ehemaligen Strassenkindern ein Zuhause, eine Ausbildung und damit eine Zukunft zu geben.

Ich bedanke mich bei Ihnen, auch im Namen der Kinder für Ihr außergewöhnliches Engagement.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Adventszeit und ein friedvolles Weihnachtsfest.

Herzliche Grüße

Ihr Karl F. Brunner

PS: Ob 5 Euro, 10 Euro, 20 Euro, 50 Euro oder mehr, jeder Euro hilft.

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Project Greenhouse – Die ICM baut ein Gewächshaus

Liebe Freunde und Förderer,

wir haben eine gute Nachricht von Michael Nieswand erhalten.

Mit Mitteln des Fördervereins Kinderheim Bindura konnte er ein Gewächshaus bauen. Er hat uns ein paar Fotos und auch ein Video zur Verfügung gestellt. Das möchten wir Ihnen gerne präsentieren.

Wir wünschen der International Children’s Mission weiterhin alles Gute und Gottes Segen.

Das Video

 Und noch eine kleine Bildergallerie

Vorsorgen gegen die nächste Hungersnot

Liebe Freunde und Förderer unseres Vereins,

kürzlich erreichten uns hoffnungsfrohe Bilder aus Nakuru. Michael Nieswand schreibt, wie er nachhaltig gegen die nächste Hungersnot vorgeht.

Da ja in den Medien seit einiger Zeit über die Hungersnöte und Trockenzeit in Ostafrika berichtet wird, darunter auch Kenia, muss man schon genau hinsehen, wo und warum die Not in speziellen Teilen der Länder so groß ist. Dort wo die Menschen Vorsorge treffen können, und wo man ihnen hilft Vorsorge zu treffen gibt es keine Hungersnot. Dies dokumentieren die Bilder aus Nakuru eindeutig.

Bitte lesen Sie den Brief Michael Nieswands und schauen Sie sich seine Bilder an.

Herzliche Grüße,
Karl Brunner

Liebe Spender/-innen,

wie ihr auf den Bildern sehen könnt geht es uns gut. Wir versuchen gerade Vorsorge zu treffen um kommende Hungersnöte besser bewältigen zu können. Wir wollen organischen Gemüseanbau bei uns einführen. Dazu waren einige Mitarbeiter auf einem Kurs in  Nairobi, damit sie lernen, wie wir unsere Gemüseproduktion steigern können, ohne dabei schädliche teure Düngemittel und Chemikalien zu verwenden. Wie ihr auf den Bildern seht heben wir tiefe Gräben aus, die später mit organischer Masse wie Gras und Kuhmist gefüllt werde, darauf wird dann das Gemüse angepflanzt. Wir haben das in Nairobi bei der Fa. Amiran gelernt, diese verwendet israelische Landbautechniken.

Um auch in der Trockenzeit genug Gemüse zu haben , möchten wir gerne ein professionelles Gewächshaus mit Tropfenbewässerungsanlage aufbauen. Wir schätzen den Geldbedarf auf ca. 5,000.00 Euro. Wir bitten da ganz herzlich um Eure Mithilfe. Leider wächst unser Mais auf der Farm langsam hier bitten wir Gott unseren Herrn um mehr Regen.

Ganz herzlichen Dank für Eure große Hilfe und liebe  Grüsse auch im Namen der Kinder und Mitarbeiter

Euer Michael Nieswand

Die Kinder bleiben auf der Strecke – Anke Nieswand blickt auf 22 Jahre Jahre mit Straßenkindern zurück

Der Förderverein „Kinderheim Bindura“ begeht in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten haben die Organisatoren Anke Nieswand eingeladen, die im evangelischen Gemeindehaus in Biedenkopf von ihrer Arbeit mit den ehemaligen Straßenkindern berichtet. Sophie Cyriax hat mit der 49-Jährigen über ihre Jahrzehnte in Kenia gesprochen.

Frau Nieswand, Sie sind als 19-Jährige nach Kenia gegangen, um Straßenkindern ein Zuhause zu geben, und sind 22 Jahre später zurück nach Deutschland gekehrt. Hat Afrika Sie schon losgelassen?

Anke Nieswand
Bild: Sophie Cyriax

Afrika wird immer ein Teil meines Lebens bleiben, ein ganz wichtiger Teil. Zu vielen Kindern, die wir großgezogen haben, halte ich immer noch Kontakt, etwa über das soziale Netzwerk Facebook. Als ich einmal für längere Zeit in Kenia war, haben mich sehr, sehr viele der Kinder besucht, die einst in unserem Heim gelebt haben – obwohl ich mich bei niemandem angekündigt hatte. Wie durch ein Buschfeuer hatte sich die Nachricht verbreitet, dass „Mama“ im Land ist. Die mittlerweile jungen Erwachsenen sind gekommen, haben mich eingeladen, mir ihre Familien und Arbeitsplätze vorgestellt. Das war wunderschön, da habe ich einen Teil dessen geerntet, was wir jahrzehntelang ausgesät haben.

Im Kinderheim Bindura haben über die Jahre hinweg rund 800 Kinder ein Zuhause und eine Perspektive bekommen, weil sie die Schule besuchen und eine Ausbildung absolvieren konnten. Macht Sie das stolz?

Stolz ist vielleicht das falsche Wort. Ich bin sehr dankbar, dass wir vielen ehemaligen Straßenkindern eine Perspektive geben konnten. Unter unseren einstigen Kindern sind heute Ärzte und Musiker, Anwälte, Handwerker oder Facharbeiter. Viele haben mittlerweile eine eigene Familie, leben in gefestigten Strukturen. Ihre Kinder nennen mich „Oma“. Das ist großartig. Aber wir konnten nicht allen Kindern helfen. Und manchmal mussten wir auch Kinder beerdigen, weil sie zu schwer krank waren oder verunglückt sind. Das sind die Momente, an die ich immer noch mit großer Traurigkeit zurückdenke.

Hat sich in den vergangenen Jahrzehnten etwas Grundlegendes an der Situation geändert, ist etwa die Zahl der Straßenkinder gesunken? 

Kenia gilt als Drehscheibe Afrikas. Viele Hilfs- oder andere internationale Organisationen haben ihren Sitz in der Hauptstadt Nairobi. Der westliche Lebensstil ist also omnipräsent. Viele Kenianer wollen ihn kopieren, sehen sich etwa westliche Fernsehserien an und ahmen nach, was sie dort sehen – ohne einschätzen zu können, dass die Bilder und Geschichten, die sie dort sehen, mit der Realität nichts zu tun haben. Dadurch brechen traditionelle Familienstrukturen der afrikanischen Völker auseinander. Junge Mädchen beispielsweise werden schwanger und daraufhin von ihren Familien verstoßen. Sie landen auf der Straße und bringen dort ihre Kinder zu Welt, die in das Leben als Straßenkind hineingeboren werden. Andere Kinder beispielsweise werden einfach ausgesetzt, vor eine Kirche oder eine Polizeistation. Ohne Chance auf Bildung, die ihnen einen Ausweg bieten könnte. Die Kinder bleiben auf der Strecke.

…es sei denn, diese Kinder kamen mit Ihnen in Kontakt….

Ja, tatsächlich gab es Frauen, die ihre Kinder gezielt an Stellen ausgesetzt haben, von denen sie wussten, dass ich oder andere Mitarbeiter unseres Hauses vorbeikommen. Eine Frau kam viele Jahre später zu mir und erzählte, dass sie so lange hinter einem Busch versteckt geblieben ist, bis sie gesehen hat, dass ich ihr Kind genommen hatte. „Wir wissen, dass unsere Kinder nur bei Dir eine Chance haben“, hat diese Mutter zu mir gesagt. Das berührt natürlich zutiefst und entschädigt für alles, was dieses Leben an Entbehrungen gebracht hat.

Bitte helfen Sie mit, damit wir gemeinsam helfen können

Liebe Spender und Spenderinnen,
liebe Freunde und liebe Förderer,

damit ehemaligen Straßenkindern in Kenia eine Zukunft geschenkt werden kann, dafür setzen wir uns mit unseren Spendern, also auch mit Ihnen, seit nunmehr fast 25 Jahren und immer wieder aufs Neue ein.

Auf die Frage nach der größten Herausforderung der Menschheit antwortete Nelson Mandela einmal: „Armut in Verbindung mit fehlender Bildung“.

Leider können auch wir diese Einschätzung des 2013 verstorbenen Friedensnobelpreisträgers nur bestätigen. Straßenkinder können nicht zur Schule gehen, da sie auf der Straße ihren Lebensunterhalt suchen und finden müssen, es geht nur um das nackte Überleben. Zukunft, was ist das, werden wir mit großen Augen gefragt. Augen die oft blutrot unterlaufen sind vom Schnüffeln der Benzin- und Leimdämpfe, damit der quälende Hunger unterdrückt werden kann.

Um langfristig Veränderungen herbeizuführen widmen wir uns neben der Hilfe für den täglichen Lebensunterhalt verstärkt dem Thema Bildung, sowohl in den Einrichtungen der Mully Children´s Family von Charles Mulli, der International Children´s Mission von Michael Nieswand und dem Schulprojekt mit 30 Schülern und Studierenden von Benjamin Mbatia.

Unsere Vision: „ Bildung schützt Kinder vor Armut“.

Bitte helfen Sie mit Ihren Gebeten und Spenden den ehemaligen Straßenkindern ein Zuhause, eine Ausbildung und eine Zukunft zu geben.

Ich bedanke mich bei Ihnen, auch im Namen der Kinder für Ihr außergewöhnliches Engagement und wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Adventszeit und ein friedvolles Weihnachtsfest.

Herzliche Grüße

Ihr Karl F. Brunner

PS: Ob 5 Euro, 50 Euro oder mehr, jeder einzelne Euro hilft und schenkt eine hoffnungsvolle Zukunft.