Das
Projekt in Ndalani ist als Farmprojekt konzipiert. Da in dieser Region wenig
Regen fällt, sind ohne künstliche Bewässerung nur geringe Erträge zu
erwarten. Es ist ein Geschenk des Himmels, dass mitten durch das 40 Hektar
große Gelände der Thika fließt. Aber auch dieser Fluss ist von den normalen
Regenfällen abhängig. Auf unserem Bild führt er Niedrigwasser, da es längere
Zeit nicht geregnet hat. Doch reicht das Wasser aus, um die Felder zu bewässern
und die nächste Regenzeit ist in Sicht. In den Hauptregenzeiten kann der Thika
auch schon mal über die Ufer treten.
1998/99
trocknete der Thika vollkommen aus, weil kein Regen fiel. Die Pflanzen auf den
Feldern verdorrten. Die Lebensmittelpreise stiegen auf das Dreifache. Die
Regierung musste den Notstand ausrufen. Charles Mulli benutzte die Gelegenheit,
eine Brücke über den Fluss zu bauen und aus dem Flussbett Kies für künftige
Bauvorhaben zu entnehmen. Als der Regen 1999 endlich kam, kam auch ein Krokodil
in die Nähe der Brücke. Die Behörde musste es wegen der Gefährdung der
Kinder leider töten lassen.
Die
Brücke verbindet nun die beiden Grundstückshälften miteinander. Auf der dem
Heim gegenüber liegenden Seite sind schon die Gruben für die geplanten
Fischteiche ausgehoben. Ein marktgängiger Fisch soll hier gezüchtet werden,
nicht nur, um die Ernährung der 450 Kinder im Heim zu verbessern. Auf dem Markt
in Nairobi sollen durch den Verkauf der Fische künftig Einnahmen erwirtschaftet
werden.
Bei ausreichender Bewässerung wachsen hier viele Gemüse- und Obstsorten, von
denen hier nur einige wenige in den Bildern gezeigt werden. Neben diesen für
die Ernährung wichtigen Produkten werden auch Bäume zur Verbesserung des
Klimas und Blumen angepflanzt.
Charles Mulli beschäftigt auf seiner Farm bis zu 100 Frauen aus der Umgebung. Sie bearbeiten und bestellen die von einem Traktor mit Spezialfräse gepflügten Felder und sortieren Bohnen für den Export. Sie verdienen ein paar Schillinge und erhalten Naturalien als Vergütung. Der Traktor ist übrigens ein Beispiel, wie schwierig es ist, die notwendigen Geräte zu bekommen. Der Traktor wurde von "Hilfe für Brüder", einer Hilfsorganisation in Stuttgart finanziert, der Anhänger dazu von "Brot für die Welt". Na ja, Hauptsache, die Dinge kommen zusammen, die gebraucht werden. Noch kann der Jahresbedarf an Mais und Bohnen aus eigenem Anbau nicht gedeckt werden. Der Förderverein Bindura Biedenkopf e.V. beteiligt sich an der Finanzierung der Vorräte, besonders in Krisenzeiten wie 1998.