Lieber Freunde,
nun möchte ich Euch gerne auf dem Laufenden halten und berichten, was sich in letzter Zeit so bei uns hier in der International Children's Mission in Kenia getan hat.
Meine Frau Anke ist z. Zt. mit unserer Tochter Rahel in Deutschland, weil unsere Tochter in Hamburg ihre Schulabschlussprüfung machen muss. - Falls ihr sie trefft, bestellt Grüße von mir und sagt ihr; sie soll das Wiederkommen nicht vergessen.
Ich war fast den ganzen letzten Monat in verschiedenen Städten mit dem Bus und unserem Kinderchor ( "Jesus is Lord Team" )auf Evangelisationseinsätzen unterwegs. Unter anderem haben wir folgende Orte besucht: Marigat, Kabartonjo, Bartolimo, Kabarnet, Eldoret, Kitale, Bungoma, Kapenguria, Kisumu, Ahero, Kisii, Bomet, Narok, Litein, Rongo, Homa Bay, Kilgoris, Ogembo, Naivasha, Sotik, Oyugis, Mai-Maihu, Mumias, Keroka, Webuye,Kapsabet, Nandi Hills, Muhoroni, Koru.
Durch
unsere UKW Radiostation waren viele Leute vorher schon mit dem Evangelium
angesprochen worden und kannten uns. Dadurch konnten wir innerhalb von ganz
kurzer Zeit sehr viele Menschen erreichen. Wir haben durchschnittlich vier
bis fünf Straßeneinsätze täglich in verschiedenen
Orten durchgeführt und jeden Tag
Tausende von Leuten mit dem Evangelium erreicht. Hunderte haben täglich
Jesus als ihren Herrn und Heiland angenommen.
Wir haben Freiversammlungen auf Marktplätzen, Busplätzen und auch einfach am Straßenrand gehalten. Obwohl die Versammlungen nicht vorher angekündigt waren, hatten wir innerhalb weniger Minuten Hunderte von Menschen versammelt. Das zeigt, wie beliebt und bekannt unsere Radiostation bei der Bevölkerung ist. Betrachten Sie dazu unseren Bilderbogen!
Oft hörten wir Bemerkungen wie: " Oh sind das wirklich die Kinder, die immer im Radio singen und für uns beten. - Wie schön die mal persönlich kennen zu lernen."
Trotz der starken Regenfälle konnten wir unsere Einsätze unbehindert durchführen, obwohl wir manchmal dabei nass wurden und unser Bus gelegentlich im Schlamm stecken blieb, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Die extrem starken Regenfälle im April haben einige Strassen überflutet und etliche Häuser der Leute zerstört. Wir mussten manchmal auf Busplätzen parken und übernachten, weil der Bus abseits der Hauptstrasse im Schlamm versunken wäre.
Die
Kinder haben sich sehr eingesetzt und trotz des teilweise schlechten Wetters
gut gesungen und auch für die Leute gebetet.
Einige der Jungen sind unterwegs mit Malaria und Erkältung krank geworden. Wir haben sie dann in Krankenstationen am Wegrand behandeln lassen. Es geht mittlerweile allen soweit wieder gut.
Es ist erstaunlich, dass sich auch diesmal der einmonatige Missionseinsatz komplett selbst finanziert hat.
Wir
haben unterwegs sehr viele Musikkassetten von unserem Chor und auch
Videos und CDs an die Bevölkerung verkaufen können. Durch den Verkauf der
Kassetten konnten wir alle Kosten decken, unser Team ( 46 Leute )
täglich mit Essen versorgen und den Bus unterhalten. Nach Abzug aller
Kosten haben wir noch über 2000,- Euro an Gewinn übrig die wir nun in
die Arbeit hier stecken können.
Die Radiostation trägt sich auch zum größten Teil selber und unsere Landwirtschaft hilft sehr dabei, die Kosten der Nahrungsmittel für die Kinder zu senken.
Wir hoffen, dass wir unsere Farm in Zukunft noch vergrößern können, damit wir genug Essen für alle über 300 Kinder hier selber produzieren können. Dafür muss allerdings noch ein Nachbargrundstück dazu gekauft werden.
Nachdem Gott uns unterwegs so sehr gesegnet hatte, mussten wir leider auch einen ganz großen Rückschlag einstecken.
Während wir auf Evangelisationseinsatz weit weg von Nakuru, in der Nähe der Stadt Kisii waren, hatte unsere Radiostation in Nakuru einige Probleme mit der Sendeantennenanlage.
Einer unserer Mitarbeiter in der Radiostation, der Eli fuhr mit einigen Jungen auf den entlegenen hohen Berg "Nyandundo" wo sich unser UKW Sender befindet. Eli hatte sich dazu unser Auto von dem Manager des Kinderheims ausgeliehen. Dieses Auto wird normalerweise hier täglich dazu benutzt um das Projekt am Laufen zu halten, den Einkauf zu machen, kranke Kinder zum Arzt zu bringen und auch um die Familien der Kinder zu suchen sowie um neue Kinder von der Strasse zu holen.
Eli und unsere Freunde von der DIGUNA Mission konnten die Antennenanlage erfolgreich verbessern und nun ist das Radiosignal viel stärker als vorher und erreicht Tausende von Menschen mehr und mit besserer Qualität als je zuvor.
Als Eli dann nachts auf der steilen und gefährlichen Strasse zurück nach Nakuru fuhr, kam ihm in einer scharfen Kurve ein Fahrzeug auf seiner Spur entgegen und am Straßenrand war auch noch ein Fußgänger. Eli versuchte, stark abzubremsen und in der Kurve noch auszuweichen, aber der Wagen kam ins Schleudern, rutschte die Böschung runter und hat sich dabei überschlagen. Das Fahrzeug blieb dann auf dem Dach liegen und Eli hat mit den anderen beiden Jungen zum Glück mit relativ leichten Verletzungen überlebt. Hier können wir Gott nur für die Bewahrung danken.
Sofort
waren Menschen an der Unfallstelle. Leider aber nicht um zu helfen, sondern
um unsere verletzten Leute auch noch auszurauben. Einige ihrer persönlichen
Dinge und selbst die Scheibenwischer und andere Teile vom Auto wurden
sofort gestohlen. Glücklicherweise kamen unsere Freunde von DIGUNA
bald darauf dort an und konnten gerade noch verhindern, dass das
Reserverad und das Radio auch noch gestohlen wurden. Unsere Freunde brachten
die Jungen dann ins Krankenhaus nach Nakuru. Sie sind mittlerweile alle aus
dem Krankenhaus entlassen worden und erholen sich jetzt zuhause bei
uns.
Unser Auto erholt sich anscheinend wohl nicht mehr. Es sieht sehr stark nach Totalschaden aus und wir hatten keine Vollkaskoversicherung, weil die in Kenia zu teuer ist und außerdem zahlen viele Versicherungsgesellschaften hier nicht zuverlässig, wenn es zu Schadensfällen kommt. Unser Manager kann ohne das Auto seine Arbeit nicht machen. Das Fahrzeug muss ganz ganz dringend ersetzt werden. Ein anderes Auto wird uns ca. 16.500,- Euro kosten und wir möchten euch bitten dafür mitzubeten und wenn möglich auch mitzuhelfen.
Mittlerweile hat die Schule nach den Ferien bei uns wieder angefangen, und unsere Lehrer und Kinder versuchen, sich neu an den Schulalltag zu gewöhnen. Es geht allen hier gut, nur ich vermisse meine Frau. Behaltet sie bloß nicht zu lange in Deutschland, sonst bekommt ihr Ärger.
Viele ganz liebe Grüße von allen hier in ICM Nakuru und auch aus Bindura.
Im Herrn Jesus verbunden,
Michael Nieswand



Die ICM feierte Weihnachten mit Michael und Anke Nieswand am Elementaita See. Die Jungen hatten ihren Spaß, wie man sieht. Michael Nieswand bedankt sich mit diesen Bildern für alle Hilfe und für die Gebete, mit der wir seine Arbeit unterstützt und ermöglicht haben.
Anke Nieswand schreibt uns im April 2004
Es fällt mir schwer, das Wichtigste in kurze Worte zu fassen.
In diesen Osterferien ist Michael wieder mit dem Chor unterwegs. Sie haben gesegnete Treffen mit Menschen in den Märkten und auf der Strasse. Bei einem Treffen, war ich nur sehr kurz dabei. Ich brachte ihnen etwas Maismehl. Sie standen am Markt von Eldoret. Ich hatte eine Nacht in Bindura verbracht. Mein Auto parkte ich direkt vor den Markteingang. Und es war einfach toll, wie mich die Marktfrauen, nach all diesen Jahren erkannten und begrüßten. Es ist mir eine besondere Ehre, dass diese Frauen, egal wie dreckig sie auch sind, mich in ihre Arme nahmen. Es waren sehr viele Menschen da, die den Jungs beim Aufbau zusahen. Ich denke, dass Eldoret viel Segen durch den Besuch der Buben empfangen hat. Und die Buben wurden in den verschiedenen Orten in der Woche drauf auch gesegnet. Sie blieben immer vom Regen verschont, das ist doch etwas besonderes.
In Bindura, so hatte ich den Eindruck, läuft es recht gut. Jeder in seinem Bereich gibt sich Mühe. Die Schulregistrierung zieht sich jedoch sehr in die Länge. Da brauchen wir Gebetsunerstützung!
In beiden Heimen freuen wir uns über den Beginn der Regenzeit. Die Felder sind zum größten Teil bestellt. Wir hoffen nun bald den Weizen noch einzusäen. Und wir beten darum, dass Gott uns den Regen gibt, der für die Felder nötig ist, nicht mehr und nicht weniger. Von unserer letzten Maisernte durften wir Menschen in Pokot, die eigentlich nie etwas ernten, etwas abgeben. Welch ein Segen - die Menschen dort sind sehr dankbar!
Die Kinderzahl hier in Nakuru steigt ständig an. Mittlerweile sind wir bei fast 300. Die Schlafräume werden zu eng. Wir müssen mehr Schlafraume und Mitarbeiterwohnungen bauen. Die Secondary School braucht ein Labor und eigene Schlafräume. Gerne würden wir das Nachbargrundstück dazu kaufen. Auch das legen wir in Gottes Hand, möge sein Wille geschehen.
Die Radiostation hat sehr viele Zuhörer. Die Sendungen sind beliebt und ein Segen für die Bevölkerung. Wir staunen, aus welchen Ortschaften uns Anrufe für ihre Gebetsanliegen erreichen. Die Gebetsstunde live, die täglich ausgestrahlt wird, ist die meistgehörte Sendung. Wir können kaum schätzen, wie viele Menschen zu dieser Uhrzeit gleichzeitig beten. Und Gott tut Wunder!!! Wir danken, dass ER Gebet erhört!
Auch für unsere Familie brauchen wir Gebet. Rahel wird noch im April nach Deutschland fliegen und vorerst dort ihre Ausbildung machen. Für sie eine große Umstellung, da sie ein Keniakind ist. Für uns als Eltern ist das Loslassen nicht gerade leicht, und der Bruder Daniel genießt gerade noch seine letzte Woche mit der großen Schwester. Für beider Kinder Ausbildung erbeten wir Gottes Führung und Segen!